vom 5. Oktober 2012

Ein Jahr Volksvertreter

, 20. August 2012

Nordkurier | Volksvertreter freut sich über Aha-Effekte und Spontanurlauber

Seit knapp einem Jahr ist der Neustrelitzer Stadtpräsident Andreas Butzki (SPD) Mitglied des Schweriner Landtages. André Gross sprach nach der großen Fraktionsklausur der Sozialdemokraten in Neustrelitz mit dem 52-jährigen Politiker.

Wie schätzen Sie Ihre bisherige Arbeit für Neustrelitz und die Mecklenburgische Seenplatte ein?

Ich denke, dass sie zunehmend von Erfolg gekrönt ist. Während die CDU der Region ja schon in der vergangenen Legislaturperiode gut in Schwerin aufgestellt war, hat mit den letzten Wahlen auch die SPD der Seenplatte in der Landeshauptstadt an Gewicht gewonnen. So konnten wir eine Reihe hochrangiger Veranstaltungen nach Neustrelitz holen, die ich mir mit auf die Fahne schreibe. Ich denke an die Landeskulturkonferenz, die Tagung des Arbeitskreises Bildung der Fraktion oder eben die bevorstehende Landesenergiekonferenz im Landeszentrum für Erneuerbare Energien. Vorläufiger Höhepunkt war die dreitägige große Fraktionsklausur in Neustrelitz, zu der wir neben dem Ministerpräsidenten fast alle SPD-Minister begrüßen konnten.

Welche Themen standen im Mittelpunkt der Beratungen der Fraktion?

Wir treffen uns immer zwei Mal im Jahr zu den Klausuren und ich verbuche es als Erfolg, dass die Wahl auf Neustrelitz gefallen ist. Schwerpunkte waren die Energiepolitik und die Kita-Betreuung. Zum ersten Thema war Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) unser Gast, beim Thema Kindertagesstätten hatten wir in unserer Sozialministerin Manuela Schwesig eine kompetente Gesprächspartnerin. Sehr gut angenommen wurde der kommunalpolitische Abend im Royal Inn Park Hotel Fasanerie. Die Möglichkeit, das Gespräch mit der Landespolitik zu finden, wurde ausgiebig genutzt. Gern zurück denke ich auch an den Besuch des Landeszentrums für Erneuerbare Energien und die Exkursion nach Serrahn im Rahmen der Klausur.

Warum haben solche Veranstaltungen für Sie einen derartigen Stellenwert?

Für mich ist es wichtig, dass die Leute Neustrelitz und sein Umland kennenlernen. Meine Genossen und ich aus der Seenplatte sind auch in Schwerin angetreten um klar zu machen, dass Mecklenburg-Vorpommern nicht nur aus Küste und Landeshauptstadt besteht. Das ist gegen Zentren wie Rostock und Schwerin nicht immer einfach. Waren die Leute aber erst einmal in Neustrelitz, sind sie durch die Bank weg begeistert. Die Stadt sieht top aus, wurde mir erst kürzlich wieder bei der Tagung des Verbandes der Norddeutschen Wohnungsunternehmen bescheinigt, an der ich als neuwo-Aufsichtsratsvorsitzender teilnahm. Und nach unserer Sitzung des Arbeitskreises Bildung der SPD-Fraktion hat eine Mitarbeiterin hier spontan Urlaub gebucht. Das ist so ein Aha-Effekt. Die Wohnungsunternehmer sprachen übrigens von einer Perle, die wir hier haben, sie müsse aber besser vermarktet werden. In Schwerin versuche ich immer über Kompensation für den verlorenen Kreisstadt-Status zu reden, auch wenn ich damit Leuten mächtig auf die Nerven gehe.

Was sind ihre genauen Aufgaben innerhalb der Fraktion und im Landtag?

Ich bin Arbeitskreisleiter Bildung/Kultur, Mitglied im Bildungsausschuss und stellvertretendes Mitglied im Energieausschuss, im Wirtschaftsausschuss und im Finanzausschuss. Also keine einfachen Felder, die da zu beackern sind: Schulpolitik, Theaterproblematik, Amtsgerichtsstruktur, Bahnstrecken… Zu letzterem Komplex erhoffe ich mir von der bevorstehenden verkehrspolitischen Runde beim Landrat vernünftige Lösungen für die Seenplatte.